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Trauungen jetzt auch auf Gut Ludwigsruhe möglich
Hohenloher Tagblatt, 13.09.2006, Artikel von Gunthilde Zoll
Paare, die sich einen besonderen Rahmen für ihre standesamtliche Hochzeit wünschen, finden diesen jetzt auf Gut Ludwigsruhe. Initiiert haben die neue Nutzung für das alte Gemäuer Mark und Andrea Schober. Sie setzten die Widmung als Standesamts- Außenstelle durch.
Langenburg . Die beiden wagten auch als Erste den Schritt in die gemeinsame Zukunft. „Nervös bin ich wie die Sau“, gestand lachend Bräutigam Mark Schober (32) aus Stuttgart eine halbe Stunde vor einer Trauung mit Andrea Jessica (33), geborene Thier aus Pfedelbach.
Dabei hatte der studierte Sportökonom und Manager des Handball-Zweitligisten TV Kornwestheim seine Hochzeit auf Ludwigsruhe seit Mai dieses Jahres minutiös geplant: Er und seine ebenfalls im Event-Management tätige Braut hatten einen Standesamtsraum im Hohenloher Land gesucht, dem sich beide sehr verbunden fühlen. Schön und stilvoll sollte das Trauzimmer sein und 90 Gäste darin Platz finden. Die Suche erwies sich als nicht ganz leicht, bis der Heiratswillige im Touristik-Magazin „Guck mal“ auf eine Anzeige des Hofgutes Ludwigsruhe stieß.
Im Mai sah sich das junge Paar das ehemalige Sommerschloss der Grafen zu Hohenlohe-Langenburg erst mal an. Braut und Bräutigam waren begeistert und betrieben ab diesem Zeitpunkt aktiv ihren Plan, hier zu heiraten. Vor allem Mark Schober, der demnächst in die erste Handball-Liga nach Dortmund wechselt, beackerte mit seinen Manager-Qualitäten zielstrebig und hartnäckig verwaltungstechnisches Neuland. Da er wusste, dass die Stadt Stuttgart standesamtliche Trauungen auf Schloss Ludwigsburg und in der Wilhelma zulässt, erkundigte er sich dort nach den Richtlinien für „Standesamt-Außenstellen“.
Er erfuhr, dass ein solcher Raum nicht privat genutzt sein darf, dass das Ambiente des Raumes der Würde des Anlasses gerecht werden muss, und dass die Trauung der Zustimmung der örtlichen Standesbeamten, des Bürgermeisters und Gemeinderates bedarf – und genau so wurde alles in Langenburg mit allseitiger Zustimmung und in schönster Harmonie genehmigt. Hausherrin Bernadette Schrödel hatte nach ihren Worten ihren Kopf während dieser Zeit „mehr bei den Kaffeetafeln und Besuchergruppen“, die sie üblicherweise auf dem Gut empfängt. „Aber da der Bräutigam nicht mehr locker ließ und alles bis ins Detail plante“, war Familie Schrödel bereit, einen Barocksaal, der mitten im Wohnbereich liegt, jedoch nicht privat genutzt wird, für die Trauung zu öffnen.
Die Sonne lachte, das junge Paar, Eltern, Schwiegereltern und die Gäste strahlten, als Florian Dollmann, nach seinen Worten „Hobby-Standesbeamter“ aus Langenburg mit launiger und sehr jugendlich persönlich gehaltener Traurede zum Vollzug des bindenden Verwaltungsaktes schritt. Bei allem Spaß hatte dieser persönliche Event der beiden jungen Event-Manager auch naturgegebene Tiefe: Das junge Paar erwartet im Januar das erste Kind. Sechseinhalb Jahre Probezeit haben die beiden schon hinter sich und so soll Bestand haben, was der junge Ehemann sich zu dem Schritt überlegte: „Ich war früher jemand, der dachte, ich heirate nie. Aber das ist jetzt die Frau, der ich vertrau’ und mit der ich schon so viel Spaß hatte, dass das mit einer Ehe besiegelt werden sollte.“
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